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Tegernseer Handschriften aus dem 15. Jahrhundert

Der Fonds der Tegernseer Handschriften ist nach Größe und Bedeutung einer der wichtigsten Handschriftenfonds der Bayerischen Staatsbibliothek und wohl die zahlenmäßig umfassendste erhaltene Klosterprovenienz Deutschlands. Er umfasst ca. 1.680, meist lateinische Handschriften, deren zeitliche Schichtung vom späten achten Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert reicht.

Die handschriftliche Überlieferung dokumentiert Geschichte und Geistesleben eines der ältesten und bedeutendsten Klöster Süddeutschlands. Die Abtei wurde am Ostufer des Tegernsees in der Mitte des 8. Jh. gegründet und von St Gallen aus besiedelt. Überragende Bedeutung erlangte das Kloster schon im späten zehnten und frühen elften Jahrhundert unter Abt Ellinger (reg. 1017-1026; 1031-1041), der als Initiator des Tegernseer Reformkreises gilt und die Stellung des Klosters als künstlerisches Zentrum, vor allem durch seine Schreib- und Malschule, festigte. Unter Abt Kaspar Aindorfer (reg. 1426-1461) und dessen Nachfolger Konrad Airinschmalz (reg. 1461-1492) entwickelte sich das Kloster zum Mittelpunkt des geistigen Lebens in Bayern, vor allem aufgrund enger personeller Beziehungen zur Wiener Universität und zum Reformkloster Melk, dessen Observanz in Tegernsee 1426 übernommen worden war.

Die außerordentlich reiche Überlieferung aus der Blütezeit des Klosters im 15. Jahrhundert mit ca. 800 Handschriften kann auf absehbare Zeit nicht in Tiefenerschließungsprojekten mit begleitender Druckpublikation bearbeitet werden. Dieser forschungsrelevante Bestand von über 300 Handschriften wird für die Wissenschaft deshalb im Rahmen eines DFG-Projekts erschlossen, digitalisiert und bereitgestellt.

Förderung
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